NEUE EISENBAHNKRANE FÜR DIE SBB AUSGELIEFERT

Die SBB hat im Zeitraum von 2016 bis 2019 ihre Brückenbaukranflotte modernisiert. Die beiden 1996 gelieferten Kirow KRC 800 wurden dabei durch einen Multi Tasker 1200 mit doppeltem Drehkranz und einem Multi Tasker 1100 mit kompaktem Gegengewicht ersetzt. Der Multi Tasker 1200 weist 50 Prozent höhere Tragfähigkeiten als die vorangegangene Krangeneration auf. Bei einer im Brückenbau typischen Ausladung von zwölf bis15 Meter vor Puffer hebt er 60/49,5 Tonnen im Vergleich zu den 38/32 Tonnen des KRC 800.

Der Ausleger kann separat zum Gegengewicht verschwenken, sodass der Verkehr auf dem Nachbargleis bei Bauarbeiten nicht behindert wird. Gleiches vermag der Multi Tasker 1100, der aufgrund seiner besonderen, angeschrägten Gegengewichtsform bis zu 16 Grad drehen kann, ohne das Profil des Arbeitsgleises zu verlassen und damit einen seitlichen Arbeitsbereich von bis zu 7,5 Meter, bei einem Radius von 27 Meter aufweist.

Beide Krane können dank dreifachem Teleskopierausleger auch große Lasten von über 100 Tonnen heben, so dass sie auch perfekt für Einsätze im Unfalldienst geeignet sind.

Am 9. Juli 2019 um ca. 09:00 war es soweit, dass beide Krane ihren ersten großen gemeinsamen Einsatz hatten. Am Zuger See, im Abschnitt zwischen Goldau und Walchwil wurde als Teil des Ausbauprojektes für Doppelgleisigkeit der Strecke Goldau - Zug eine neue Brücke mit einem Gewicht von 65 Tonnen und einer Länge von 35 Meter eingebaut. Das Bauverfahren war wie folgt:

Die Brücke wurde vorgefertigt angeliefert und neben dem Bahndamm aufgeständert. Sodann wurden Abstützungsbasen für die Kranstützen gesetzt. Dank der modernen Steuerungen der beiden neuen Krane waren jeweils lediglich nur zwei - diagonal - gesetzte Stützen erforderlich. Nach Verschwenken zur Seite, Anheben und Zurückschwenken in Gleisachse überfuhr der vorausfahrende Krane mit Last ein bestehendes Brückenbauwerk. Hierbei kam der Baufirma zu Gute, dass der Kran mit teleskopierten Gegengewicht geringe Radlasten ausweist.

Am Einbauort angekommen, wurde die neue Brücke über ihren Einbauort geschwenkt und millimetergenau auf das Brückenlager abgesenkt. Die Kommunikation zwischen Einbauingenieur und Kranfahrer erfolgte per Handzeichen.

Die Arbeitsbewegungen des Kranes waren extrem flexibel und hochproduktiv; um 10:05 war die neue Brücke eingebaut. Entsprechend zufrieden war die SBB.

Die beiden neuen Kirow Multi Tasker hatten ihren ersten gemeinsamen Einsatz bilderbuchmäßig abgeliefert.



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